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Hört, hört: Neues aus dem Plattenladen

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photo_457_20080903Da mich die neue Single aus dem Hause Faithless äußerst positiv überrascht hat, musste ich mir natürlich auch das dazugehörige Album zulegen. Neues Futter für die Ohren hab ich mir auch mit den aktuellen Releases von Morcheeba und Ash geholt. Was ich von den Platten halte…

 

Faithless – “The Dance”

faithlessDie neue Faithless-Single habe ich ja hier bereits ausgiebig gefeiert, daher waren meine Erwartungen an das Album natürlich hoch. Auf LP-Länge können mich Maxi Jazz und Sister Bliss jedoch nicht ganz überzeugen. Auffällig ist, dass Faithless im Vergleich zum reduzierten Vorgänger “To all new arrivals” wieder stärker auf den Dancefloor schielen – mit rollenden Beats, Maxis prägnantem Gesang und den typischen Keyboard-Teppichen. Also alles ganz im Old School-Style von Hymnen wie “Insomnia” und “God is a DJ”, mit denen Faithless vor ein paar Jahren riesige Erfolge gefeiert haben. Tracks wie “Not going home”, “Tweak your Niple” oder “Sun to me” stehen ganz in der Tradition der alten Hits und haben das Potential zum Club-Dauerbrenner zu werden. Zwischendurch gibt’s dann etwas inspirationslosen Reggae ("Crazy Bal’Heads”), loungig angehauchte Songs zum Chillen und eine grausame 80erJahre-Synthie-Pop-Nummer (“Feel me”). Als Gast ist u.a. wieder Dido am Start, die ihre Sache bei “Feeling good” ganz ordentlich macht, sonst aber nicht weiter auffällt. Während die ruhigeren Tracks für meinen Geschmack etwas zu langweilig unaufgeregt durch die Boxen pluckern, sind es gerade die erwähnten schnelleren Nummern, die zu gefallen wissen. Insgesamt also ein solides Album mit ein paar Highlights und leichten Durchhängern.

 

morchMorcheeba – “Blood like lemonade”

Endlich wieder vereint: Als Chanteuse Skye Edwards 2003 die Band verließ, um sich ihrer (mäßig erfolgreichen) Solo-Karriere zu widmen, dachte man, Morcheeba wären Geschichte. Die folgenden Platten mit neuer Sängerin gerieten zwar eingermaßen ordentlich, erreichten aber nie den Charme alter Glanztaten wie “Who can you trust” oder “Charango”. Jetzt ist die gute Skye wieder an Bord und schon bei den ersten Takten des Openers “Crimson” fühlt man sich heimisch. Morcheeba mixen auf “Blood like lemonade” in gewohnte Weise ihren stimmungsvollen Cocktail aus Pop, Jazz und Trip Hop zusammen und servieren ihn lässig wie immer “on the rocks". Tracks wie ”Even though”, “Recipe for disaster” oder das beinahe epische "Beat of the drum” schmiegen sich flauschig ins Ohr und wirken in ihrer Unaufdringlichkeit angenehm antiquiert. Es gibt kaum schnelle Grooves, stattdessen reagieren verschleppte Beats, dezente Blues-Klänge und gelegentliche Scratsches. Morcheeba deuten zwar an, dass sie durchaus mit größeren musikalischen Pfunden wuchern könnten, aber die fehlende Experimentierlust ist in dem Fall kein Manko. Lediglich die zwei eher faden Instrumentals trüben bei gerade mal zehn Tracks auf dem Album den guten Gesamteindruck. Nichtsdestotrotz eignet sich "Blood like lemonade” hervorragend als Soundtrack für gemütliche Grillabende oder sonnige Tage am See.

 

Ash – “A-Z Series, Vol. 1”

ash Ash…meine Güte, die gibt’s ja auch noch! Es muss anno 1996 gewesen sein, als sich das irische Trio mit dem Album “1977” und Singles wie “Girl from Mars” von Null auf eins in die britischen Charts katapultierte und ganz UK die gerade volljährig gewordenen Jungs in Grund und Boden hypte. Nach einem mäßigen Nachfolger schlug dann mit dem leichtfüßigen Drittling “Free all angels” die große Stunde von Mastermind Tim Wheeler & Co. Ich weiß noch genau, wie oft diese Platte, die Ohrwürmer an Fließband aneinanderreiht, bei mir im CD-Player rotiert ist. Später verließ Bassistin und Teilzeit-Sängerin Charlotte Hatherley die Band, um ihre (erfolgreiche) Solo-Karriere anzukurbeln. Nach weiteren – eher unspektakulären – Platten entschieden sich Ash 2009 für ein nahezu revolutionäres Konzept: Statt regulärer Alben veröffentlicht die Band mittlerweile im Zweiwochentakt einen neuen Song auf Ihrer Homepage – das Ganze alphabetisch sortiert. Das heißt: 26 Songs und dazugehörige Videoclips. Der Fan kann sich die Songs entweder einzeln oder im Gesamtpaket kaufen – das garantiert dem Käufer die freie Wahl und damit eine selbst zusammenstellbare Playlists mit den persönlichen Favoriten. Diese Schritt ist sicherlich fanfreundlich und vielleicht auch, mit böser Zunge gesprochen, konsequent – steht er doch offenbar für die Einsicht von Ash, lediglich mit ihren Singles die Käuferscharen anlocken zu können. Dass sich eine Band für eine solche Veröffentlichungspolitik entscheidet, animierte kürzlich sogar den SPIEGEL zu einem entsprechenden Artikel.

Für alle Nachzügler und Unwissenden gibt es nun trotzdem die bisher erschienen 13 Singles (plus Bonustracks) auf einer CD. Das hässliche Cover hätte man sich zwar genauso gut sparen können, aber letztlich zählt ja, was drin ist. Und das ist dem Fall: Solides Songmaterial im Spannungsfeld von Rock, Pop und Punk. Ash haben immer noch ein ausgesprochenes Händchen für eingängige Melodien, was Ohrwürmer wie “True love 1980”, "Arcadia” oder “Neon” zu sicheren Anwärtern für die Playlists in den Indie-Clubs macht. Auffällig ist der vermehrte Einsatz von Synthie-Klängen und Elektro-Geplucker, was zwar nicht stört, aber den Ash-Sound jetzt auch nicht auf eine neues Level hebt. Die punkigen Dreiminüter, früher eine Spezialität von Wheeler & Co., klingen allerdings trotz aller Mühe teilweise recht altbacken. Angesichts der mittlerweile überschrittenen 30 Lenze der Bandmitglieder kein Wunder. Die Adoleszenz lässt sich halt auch nicht mit noch so kraftmeiernden Gitarrenriffs zurückbeschwören. Besser ins Ohr gehen dafür die Balladen, bei denen sich die alten Ash-Tugenden nach wie vor tadellos bewähren. Fans von gepflegtem Britrock dürfen bei “A-Z Series, Vol. 1” trotz viel Durchschnittsware trotzdem zugreifen.

Bilderquellen: Eigene Screenshots

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