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Hört, hört: Neues aus dem Plattenladen

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photo_457_20080903Es hat zwar ein paar Durchläufe gedauert, aber mittlerweile hat das neue Kings of Leon-Album doch nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Das Gleiche hatte ich mir auch von der gerade veröffentlichten Greatest Hits-CD der charmanten Nelly Furtado erwartet. Die beiden Releases im Check…

 

Kings of Leon – “Come around sundown”

cover selig Natürlich lag die Messlatte hoch. Mit dem Millionenseller “Only by the night” und den Hits “Sex on fire” und “Use somebody” katapultierten sich Kings of Leon 2008/2009 in ungeahnte Rockstar-Sphären. Dass dieses Album einen deutlichen Bruch im Sound der Band bedeutete, die davor hauptsächlich für SouthernRock-getränkte Dreiminüter mit gelegentlichen balladesken Ausflügen bekannt war, missfiel allerdings nur den eingefleischten Fans. Aber selbst diese dürften mit dem neuen Werk des Quartetts einigermaßen zufrieden sein. Denn das Album zeichnet sich durch eine gepflegte Sperrigkeit aus. Zwar geht die Single “Radioactive” noch recht gut ins Ohr, danach müssen die griffigen Refrains aber mit dem Fernglas gesucht werden. Wer glaubte, die Followill-Brüder würden sich auf das “Only by the night”-Erfolgsrezept verlassen, wird enttäuscht.

Beim ersten Durchlauf rauscht “Come around sundown” daher recht unauffällig durch die Ohrmuschel. Erst nach mehrmaligen Hören offenbart sich die Anziehungskraft dieser Platte. Das fängt beim epischen Opener “The end” an, der sich auch als Titelsong eines Sergio Leone-Western eignen würde: Die Gitarre wimmert, der Bass grummelt und mittendrin fleht Caleb Followill mit heißerer Stimme nach Erlösung. Weiter geht’s mit “Pyro”, “Mary” und “The Immortals” – allesamt Songs, die eines eint: Liebe zur Melodie! Nie gingen die Kings of Leon melodiöser und kompositorisch ausgefeilter zu Werke. Die Nummern wirken wie aus einem Guss und vermitteln dank Calebs herzergreifendem Gesang die richtige Portion Gefühl. Sehr gut ist das beim unverschämt relaxten „Beach Side” zu hören, das wirklich hält, was der Songtitel verspricht. Bei “Mi amigo” lassen zwischendurch dezente Bläser aufhorchen und sogar die etwas uninspirierte Country-Nummer “Back down south” stört das stimmige Gesamtbild nicht. Insofern also ein gelungenes Album, das aber Zeit braucht, um zu zünden.

 

Nelly Furtado – “The Best Of”

nefWhoa, Nelly – was ist denn da los? Natürlich ist es legitim, nach vier Studioalben eine Greatest Hits-Compilation zu releasen – zumal auch drei neue Tracks dabei sind. Aber diese Zusammenstellung “Best Of” zu nennen, passt nicht wirklich. Aber der Reihe nach: Enthalten ist auf dieser Platte ein Querschnitt des bisherigen musikalischen Schaffens von Nelly Furtado. 2005 erschien das – später mit einem Grammy ausgezeichnete – Debütalbum “Whoa, Nelly!” der portugiesisch-kanadischen Sängerin. Schon bei den ersten Tönen von “I’m like a bird” und “Turn off the light” mag man wieder beschwingt mitsummen. Das bleibt – damals wie heute – einfach feine und charmant vorgetragene Popmusik. Der Nachfolger “Folklore” war vielschichtiger, musikalisch ruhiger und zeigte in den Lyrics eine durchaus tiefsinnige Nelly auf. Die Songs enthielten Elemente traditioneller portugiesischer Musik und fielen weit weniger radiotauglich aus. Bis dato das – für mich – beste Album von Nelly. Umso schlimmer, dass der stimmungsvolle Opener “One-trick pony” und die Single “Explode” auf der Best Of-Zusammenstellung einfach fehlen. Mit der dritten Platte “Loose” kam dann der Bruch und die musikalische Weiterentwicklung Belanglosigkeit.

Plötzlich hagelte es Timbaland-Beats und eine unausgegorene Mischung aus Hip-Hop- und R&B-Sounds, was man sonst von einer Jennifer Lopez, die Nelly offenbar Pate gestanden hat, kennt (und auch nicht haben muss). Zu “Maneater” im Club abzappeln – dieses Szenario hätte man nach “Folklore” auch nicht für möglich gehalten. Aber seitdem ist es leider nicht besser geworden: Nellys viertes Album “Mi plan” geriet zum halbherzigen und einfallslosen LatinoPop-Verschnitt und auch die neuen Tracks lassen für die Zukunft nichts Gutes hoffen. “Girlfriend in the city“ und „The night is young” scheppern so langweilig wie James Blunt-Songs über den Dancefloor. Erst das reduzierte “Stars” kann zum Schluss ein wenig punkten. Aber das rettet die gute Nelly leider auch nicht mehr – auf diese Best Of kann man getrost verzichten.

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