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Das Social Tattoo – oder wie gute Werbung funktioniert…

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social_tattooSo schnell geht das mittlerweile: Gestern noch ein stinknormales Mädchen aus Holland, heute YouTube-Star und Thema in den Medien von BILD bis Spiegel und CNN. Das Erfolgsrezept: Einfach irgendwas Ungewöhnliches oder schlichtweg Dämliches machen, was mit Facebook zu tun hat und das Ganze irgendwo ins Web stellen. Denn für die Medien, on wie offline, reicht das Reizwort "Facebook” offenbar schon aus für eine Berichterstattung – egal ob es inhaltlich um ein hochsensibles Thema wie Datenschutz geht oder um Banalitäten. In den Redaktionen muss sich hier ein unkritischer Automatismus etabliert haben. Denn das Thema "Facebook” scheint immer noch mörderische Klickrates zu garantieren, was natürlich gut ist für Google-Ranking, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Die Story der 24-jährigen Holländerin, die sich angeblich ihre 152 “engen” (na klar!) Facebook-Freunde auf den Arm tätowieren ließ, ist ein wunderbares Beispiel. Das von ihr fabrizierte Video hat bei YouTube mittlerweile über 1,7 Millionen Klicks und Google News quillt über mit Meldungen zu dem Thema. Blöd nur, dass sich die Story als Fake entpuppt hat. Denn beim sog. Social Tattoo der jungen Frau handelt es sich lediglich um ein “Try Out”-Tattoo, das sich nach ein paar Tagen problemlos abwaschen lässt. Damit verschwinden dann auch die 152 Facebook-Freunde wieder ganz fix vom Arm. Einziger Sinn der – zugegeben cleveren – Aktion: Werbung für die Tattoo-Künstlerin Dex Moelker. Die sticht im Video das Social Tattoo und freut sich nun riesig über die kostenlose Promo für ihr Tattoo-Studio in Rotterdam. Genau wie Facebook, das übersteigerte Aufmerksamkeit aber nicht nötig hat, zumal das Zuckerberg-Netzwerk den Datenschützern hierzulande ja auch gerade wieder neue Munition liefert.

Ärgerlich ist die Geschichte aber für die seriösen Medien, die auf den Social Tattoo-Schwindel reingefallen sind. Denn mit ihrer Berichterstattung haben sie nicht nur ein völlig belangloses Thema unnötig gepusht, sondern – viel schlimmer – sie haben sich unfreiwillig zum Werbepartner der Tattoo-Künstlerin gemacht. Agenda-Setting wider Willen nennt man das wohl. Wie heißt es so schön: Don’t believe the hype…

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