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Amazon wird zu iTunes: Online-Händler enttäuscht Kunden

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screen_amazon_mp3_shopJeder Mensch hat so seine Gewohnheiten. Eines von meinen Ritualen, ist es, am Wochenende im MP3-Shop bei amazon vorbei zu surfen, um die Angebote “Neu für 5 Euro” zu checken. Hier bot amazon immer eine Auswahl an frisch veröffentlichten Platten von sowohl populären Künstlern als auch weniger bekannten Acts und Newcomern für eben 5 Euro an. Ein tolles Angebot, das ich gerne genutzt habe. Doch damit ist es nun offenbar vorbei, wie ich und etliche andere Nutzer feststellen mussten: Die Aktion ist verschwunden. Nach der plötzlichen Preiserhöhung bei den MP3-Downloads im Oktober überrumpelt der Online-Händler damit erneut seine Kunden.

Eigentlich sollte die “Neu für 5 Euro”-Aktion doch eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein: Amazon verdient mehr, wenn das komplette Album in höherer Stückzahl anstatt einzelner Tracks gekauft wird, und ich freue mich über ein Schnäppchen. Denn auch, wenn mir vielleicht nur ein Handvoll Songs gefallen haben – gekauft habe ich ja doch die ganze Scheibe. Nicht zu vergessen der Promo-Effekt. Klar, dass man auch auf die weiteren Veröffentlichungen eines Künstlers neugierig wird, wenn das Album (weitgehend) gefällt. Im Idealfall resultieren aus dem ersten Kauf also weitere Käufe. Für mich eine Rechnung, die aufgehen sollte.

Wenn sich die Preisschraube dreht

Es ist unwahrscheinlich, dass die beliebte “Neu für 5 Euro”-Aktion nun verschwunden ist, weil etwa zu wenig neue Platten an diesem Freitag releast wurden oder weil schlichtweg ein technischer Fehler vorliegt. Nein, es scheint, dass amazon weiter an der Preisschraube dreht, um den MP3-Shop rentabler zu machen. Schon Ende Oktober erhöhte das Online-Versandhaus von einem Tag auf den anderen den Preis pro MP3 um satte 30 Prozent! So kostet ein einzelner Song statt zuvor 0,99 Euro jetzt 1,29 Euro und liegt damit exakt auf dem Preisniveau von iTunes. Das betrifft freilich nicht alle MP3s, aber zumindest die aktuellen Chart-Hits, Neuheiten und diverse Bestseller. Dafür bekommt der Kunde aber keinerlei Mehrwert, also etwa eine bessere MP3-Qualität. Der niedrige Preis (= Kaufanreiz) im Vergleich zu Anbietern wie iTunes oder musicload fehlt nun, und damit auch der Grund, amazon der Konkurrenz vorzuziehen.

Informationspolitik: Hand in Hand mit dem Erzfeind

Schade, dass amazon es zudem nicht für nötig gehalten hat, die Kunden darüber in Kenntnis zu setzen. Auch mit dieser Nicht Informationspolitik eifert der Tech-Riese seinem Erzfeind Apple nach. Man erinnere sich an 2012, als Apple über Nacht die Preise im AppStore erhöhte und so einen Shitstorm provozierte. Umso verständlicher, dass auch die amazon-Kunden seit der Verteuerung ihrem Ärger reichlich Luft machen, wie hier nachzulesen ist. Die ausbleibende Kundenkommunikation tritt nun auch hier wieder zu Tage: Von amazon gab es bislang keinerlei Statement zum Verschwinden der “Neu für 5 Euro”-Aktion. Klar, dass die negativen Reaktionen auch hier nicht lange auf sich warten ließen. Für viele Kunden, inklusive mir, heißt es nun, sich nach einem anderen MP3-Shop umzusehen, der niedrigere Preise bietet.

Es ist nicht das erste Mal, dass amazon mit Änderungen am MP3-Shop die Kunden vor dem Kopf stößt. Im Oktober 2012 ersetzte der Online-Händler plötzlich den “Einkaufswagen” durch einen “1-Click-Kauf”-Button – eine ungeliebte Änderung, die auf viel Kritik stieß, mittlerweile jedoch zur Zufriedenheit der Kunden revidiert wurde. Es geht also doch, dass beide Seiten – amazon hier, Kunde dort – auf ihre Kosten kommen…

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